Im Jahr 1336 wurde Treffurt von den umliegenden Kleinstaaten belagert – wie schon öfter zuvor. Doch diesmal versagte der Vetter aus Spangenberg den Treffurtern die Unterstützung. Und Treffurt musste sich den fremden Herren geschlagen geben.

Dieses historische Ereignis bildet den Rahmen zur erdachten Geschichte unseres Filmworkshops.

Die Belagerung von Treffurt auf Vimeo.

Was verbindet ihr mit Treffurt?

 

Florian erklärt die Kameratechnik

Mit dieser starteten wir am Freitag in den Kurzfilmworkshop mit Florian Arndt. Immer wieder landeten wir in der reichhaltigen und stets präsenten Geschichte der Stadt. Und so waren wir schnell bei einem historischen Thema. Am Freitag entwickelten wir die Geschichte. Wer sollte die Hauptfigur sein? Welchen Konflikt soll sie durchleben? Was steht für sie auf dem Spiel? – Die Grundvoraussetzungen für eine spannende Geschichte. Daraus entwickelten wir eine vorläufige Story.

Den Montag begannen wir mit einer theoretischen Einführung ins Filme machen. Wir lernten von Florian etwas über Perspektiven und Einstellungen, über Kameratechnik und das Geheimnis eines scharfen und gut belichteten Bildes. Schließlich bekamen wir noch einen kleinen Einblick in die bisherige Arbeit unseres Referenten, der mit elf Jahren das erste Mal eine Kamera in die Hand nahm und nun mit gerade mal 22 bereits ein professioneller Filmregisseur mit eigener Firma ist.

Reduziert auf das Maximum

Besprechung zur ersten Szene

Dann wendeten wir uns noch einmal unserer Geschichte zu. Denn „bisher würde die Story noch für einen vollen Spielfilm reichen“, erklärt Florian. Unsere Zeit reicht jedoch nur für einen zweiminütigen Clip. Also hieß es, das Wesentliche heraus arbeiten. Sieben Szenen blieben übrig. Viel von dem Historischen Rahmen musste weichen. Aber der Kern der Geschichte war tatsächlich immer noch erkennbar.
Der letzte Teil dieses Tages war die „Disposition“ – Die Planung für den Drehtag. Wann drehen wir welche Szene? (Auf die Uhr zu schauen und zu drängeln ist bei der Filmproduktion tatsächlich ein eigener Job!) Welche Requisiten brauchen wir und woher bekommen wir sie? Und schließlich natürlich, wer übernimmt welche Rollen und Aufgaben?

Kamera, Ton, Licht und …. Bitte!

Filmdreh am Mainzer Hof

Am Dienstag um zehn Uhr, am dritten Workshoptag, kamen wir dann endlich zur Filmaufnahme. Gut, dass es in unserem Umfeld ein paar Hobbyhistoriker gibt, die uns mit Mittelalterlichen Gewandungen aushelfen konnten. Und aus Falken bekamen wir sogar ein echtes Pferd für unsere Bogenschützin. Johannes übernahm die Hauptrolle als Darsteller im Film. Kevin entpuppte sich als hervorragender Kameramann, während Lucas zuverlässig den Ton „angelte“. Ein ganz schön anstrengender Job, denn die lange Stange, an der das Mikrophon hängt, muss die ganze Zeit hoch gehalten werden, damit nichts davon im Bild zu sehen ist. Die übrigen Aufgaben – Lampen halten, Material tragen und Regie, wurden gleichmäßig verteilt. Und natürlich waren alle mindestens mit einer kleinen Rolle im Film zu sehen.
Fast acht Stunden haben wir gebraucht, um etwa 30 Minuten Rohmaterial zusammen zu drehen.

Beim Schnitt entsteht die Geschichte

Am Ende waren von dieser halben Stunde nur noch gut 100 Sekunden übrig, die dann den eigentlichen Film ausmachen. Doch bevor unser Film am Mittwoch um 17 Uhr seine Weltpremiere feiern konnte, lag noch einmal ein Tag Arbeit vor uns. Dafür teilten wir uns in zwei Gruppen auf: Kevin und Lucas kümmerten sich unter Florians Anleitung um den Bildschnitt, während Laura, Johannes und Vinzenz mit Jens noch ein paar Geräuscheffekte aufnahmen und die Filmmusik produzierten. Normalerweise kommen die Tonleute erst dran, wenn der Filmschnitt fertig ist, doch dafür hatten wir nicht genug Zeit. Damit trotzdem alles zusammen passte, bekamen sie zwischendurch schon mal eine grob geschnittene Fassung.

Weltpremiere im Jugendclub

Gebanntes Premierenpublikum

Was wäre ein Film ohne eine Premierenfeier? Dafür luden wir Eltern und Verwandte ein, die auch zahlreich kamen, um unser Werk zu bewundern. Und das taten sie, die Jugendlichen bekamen einen ordentlichen Applaus für ihren Film.

Und wie geht’s weiter?

Spass hat es allen gemacht, obwohl sie sich vorher nicht hätten träumen lassen, dass es so aufwändig ist, einen Film zu machen. Dabei lagen wir gut im Durchschnitt. „Für einen Spielfilm dreht man dann eben nicht einen, sondern 35 Tage“, weiß Florian. Einen Filmberuf kann sich nach dem Workshop keiner der Jugendlichen vorstellen. Aber mehr Filme machen, das wollen sie. Ein paar Ideen kursierten schon durch den Raum.

Kameramann und Regisseur ruhen sich aus

 Gegen 18 Uhr verabschiedeten wir uns von Florian, der sich wieder auf den Weg in seine Wahlheimat Leipzig machte. Nicht, ohne ihn mit Lob zu überhäufen. Denn ohne ihn hätten wir den Film niemals so hin bekommen. „Jetzt stellt erst mal allein etwas auf die Beine“, schmunzelt er. „Für das übernächste Projekt dürft ihr mich dann wieder einladen“. Aber für Fragen und Tipps stellt er sich gern zur Verfügung. Und so werden noch Kontaktdaten ausgetauscht. Vielleicht will der eine oder andere sogar ein Praktikum bei ihm machen.

Medienwerkstatt – der Eigene Blick

Der Filmworkshop ist Teil eines Projekts der Jugendarbeit in Treffurt. Durch die Arbeit mit Medien sollen sich junge Leute mit ihrer Heimat auseinander setzen. Das Projekt wird von der Aktion Mensch im Rahmen der Förderaktion „Miteinander gestalten“ mit 4.000 Euro unterstützt.

AM Foerderungs Logo RGB

Im Laufe des Projekts sind bereits eine Dokumentation zur 100 Jahr Feier der Treffurter Schule und ein Fotocomic entstanden, der auch demnächst veröffentlicht wird.

Treffurt belagert!

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